Agatha Christie

Agatha Christie, gebürtig Agatha Mary Cla­ris­sa Miller, wurde am 15. September 1890 als jüngstes von drei Kindern im englischen Seebad Torquay geboren. Zum Ärger ihrer Mutter lernte das Mädchen schon früh lesen. Als Agatha 11 Jahre alt war, starb ihr Vater; ein tiefer Einschnitt in ihr Leben, den sie später oft als das Ende ihrer Kindheit bezeichnet. Eigentlich wollte sie Opernsängerin werden, doch ihre Stimme war nicht kräftig genug. So reichte Agatha 1909 ihren ersten Roman bei einem bekannten Schriftsteller zur Beurteilung ein: der bestätigte ihr ein gutes Gefühl für Dialoge.

Im Kriegswinter 1914 heiratete sie Archibald Christie. Als der Krieg vorbei war, zog das junge Paar nach London. Agatha arbeitete in einer Krankenhausapotheke, eine Arbeit die ihre Kenntnisse im Bereich der verschiedenen Gifte vertiefte, was für ihre späteren Bücher eine große Hilfe war. Als es ihr einmal dort langweilig wurde, ersann sie eine Kriminalgeschichte. So wurde der exzentrische, scharfsinnige, kleine Belgier Hercule Poirot geboren. 1920 erschien die Geschichte als "The Mysterious Affair at Styles" („Das fehlende Glied in der Kette“). In den nächsten Jahren schrieb sie weitere erfolgreiche Krimis.

Der Tod von Agathas Mutter 1926 war ein Schock. Und auch in ihrem Privatleben gab es Probleme: Archibald gab zu, dass er ein Verhältnis mit einer anderen Frau habe. Dies führte im Dezember 1926 zu Agathas „Verschwinden". Für elf Tage war sie unauffindbar, ihr Wagen wurde in einem Straßengraben leer aufgefunden. Agatha hatte sich unter einem falschen Namen in einem Hotel einquartiert. Man nahm an, das sie an einem kurzzeitigen Gedächtnisverlust litt. 1928 ließen sich Agatha und Archibald scheiden.

 

In der nachfolgenden Zeit schrieb Agatha Christie mehrere Krimis. Sie erfand Miss Jane Marple aus St. Mary Meads mit ihrem Interesse für die Natur der Menschen (das von Dorfbewohnern auch als Neugier bezeichnet wird) und ihrem messerscharfen Verstand.

Im Februar 1930 reiste Agatha in den Orient, um archäologische Ausgrabungen zu besichtigen. Dort lernte sie den 15 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan kennen. September 1930 heirateten die beiden in Edinburgh. Agatha schrieb weiter erfolgreiche Kriminal­romane und half auch bei den Ausgrabungen ihres Mannes. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges arbeitete Agatha wieder in einer Apotheke. In den Jahren des Krieges schrieb sie so erfolgreiche Texte wie „Zehn kleine Negerlein“ oder „Das Böse unter der Sonne“.

Ab 1949 half die Autorin wieder bei archäologischen Arbeiten ihres Mannes. Außerdem schrieb sie ihre Autobiographie. 1952 fand die Uraufführung ihres Theaterstückes „Die Mausefalle“ in London statt, das seither bis dato täglich aufgeführt wird. 1956 wurde Agatha Christie zum “Commander of the British Empire" ernannt. Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie in Winterbrook House. Im selben Jahr erschien das Miss Marple-Buch "Sleeping Murder" („Ruhe unsanft“).

 

Grafik Agatha Christie