Rita Zimmer – Autorin

 

Rita Zimmer-Gawrikow wurde 1937 in Berlin geboren. Sie studierte von 1957 bis 1961 Malerei und arbeitete später als Kostümbildnerin. Zusammen mit Wolfgang Kohlhaase schrieb sie 1968 ihr ursprünglich als Hörspiel verfasstes Theaterstück  FISCH ZU VIERT das zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Komödien gehört.

In der Folgezeit schrieb sie eine Reihe bedeutender Hörspiele, darunter „Stärker als der Tod“. Ihr größter Erfolg gelang der Autorin mit ihrem Hörspiel „Der schöne Hubert“, das in der DDR, in Polen, Ungarn, Jugoslawien, in der damaligen CSSR und England gesendet wurde. Danach arbeitete sie weiter als Kostümbildnerin für Film und Balletttheater. Rita Zimmer-Gawrikow lebt in Berlin.

 

Wolfgang Kohlhaase – Autor


Wolfgang Kohlhaase wird am 13. März 1931 in Berlin geboren. Er gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Drehbuchautoren der deutschen Film- und Bühnengeschichte. Seinen vielfältigen Sprachwitz und seine genaue Beobachtungsgabe einzelner Milieus setzen Regisseure und Filmkenner mit dem Können von Erich Kästner und Billy Wilder gleich.

Als Sohn des Maschinenschlossers Karl Kohlhaase und seiner Frau Charlotte wuchs er in Berlin-Adlershof auf und besuchte die Volks- und Mittelschule. Schon während der Schulzeit begann er zu schreiben und wurde 1947 Volontär und Redakteur bei der Jugendzeitschrift „Start“. Dann wurde er Mitarbeiter der FDJ-Zeitung „Junge Welt“. Von 1950 bis 1952 arbeitete er als Dramaturgie-Assistent bei der DEFA in Potsdam-Babelsberg. Seit 1952 ist Wolfgang Kohlhaase freischaffender Drehbuchautor und Schriftsteller. Er arbeitete intensiv mit den Regisseuren Gerhard Klein, Konrad Wolf und Frank Beyer zusammen, später führte er selbst Regie. In den kreativen Arbeitsfreundschaften entstanden einige der besten DEFA-Filme. Die Drehbücher von Wolfgang Kohlhaase zeichnen sich besonders durch ihre Lebensnähe aus und zeigen ungeschminkte, authentische Wirklichkeiten.

Seine ersten Filme orientierten sich am Stil des italienischen Neorealismus. Auch nach der Wende bleibt er im Filmgeschäft, u.a. zeichnet er mit Volker Schlöndorff das heikle Kapitel des Exils von RAF-Mitgliedern in der DDR auf eine sensible Weise nach („Die Stille nach dem Schuss", 2000). Nach der Jahrtausendwende arbeitet er drei Mal mit dem Regisseur Andreas Dresen zusammen: „Sommer vorm Balkon", 2005, „Whisky mit Wodka", 2009, „Als wir träumten", 2015. Kohlhaase und Dresen teilten dieselbe Sicht auf Welt und Menschen.  Kohlhaases Kunst habe immer etwas mit Partnerschaft und Freundschaft zu tun.

 

Seine Filmstoffe handeln bis heute von Geschichten aus dem Alltag und sind an einer differenzierten, realistischen Darstellung der Protagonisten und ihrer jeweiligen Lebensumstände interessiert. Anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenbärs für sein Lebenswerk auf der Berlinale 2010 lobte die Jury Kohlhaases „Gespür für Authentizität in seinen Figuren wie in seinen Geschichten, seine lakonische, sehr ökonomische Sprache und seine feine Ironie“.

Seit 1970 ist Kohlhaase Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, 1972 wurde er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und 1991 ist er in die Akademie der Künste Berlin-Brandenburg aufgenommen worden. Der Verband deutscher Drehbuchautoren (VDD) ernannte ihn auf der Berlinale 2011 zum Ehrenmitglied. Am 8. April 2011 erhielt er von der Deutschen Filmakademie die Lola für sein Lebenswerk.

 

Foto: Wolfgang Kohlhaase mit seiner Frau Emöke Pöstenyi zur Premiere am 17.11.2016.


Wolfgang Kohlhaase und Emöke Pöstenyi