Umberto Eco

 

wurde am 5. Januar 1932 im piemontesischen Alessandria, unweit von Turin, als Sohn eines Buchhalters geboren. Der Name Eco – zusammengesetzt von „ex caelis oblatus“ („vom Himmel gegeben“) – soll angeblich die Erfindung eines italienischen Beamten gewesen sein, weil sein Großvater behauptete, ein Findelkind zu sein.

Nach der Schulzeit begab sich der noch junge Umberto Eco nach Turin, um an der Universität das Jurastudium zu absolvieren. Jedoch die Aussicht, Rechtsanwalt zu werden, behagte ihm keinesfalls. Er wechselte innerhalb der Universität in die Fächer Pädagogik und Philosophie, wo er schon früh den Schwerpunkt auf das Mittelalter legte. Mit einer Dissertation über den Urvater des Fransiskaner-Ordens Thomas von Aquin errang er 1954 den Doktortitel. Anschließend arbeitete Eco als Redakteur beim italienischen Fernsehen RAI sowie als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation an den Hochschulen in Turin, Mailand und Florenz. Seit 1971 unterrichtet der mittlerweile weltberühmte Schriftsteller und Professor für Semiotik an der Universität zu Bologna.

1978 begann Umberto Eco an seinem Roman DER NAME DER ROSE, der dann ein grandioser Bestseller wurde, zu arbeiten. Über die Titelversuche Tod in der Abtei und Adson von Melk kam er dann zu dem endgültigen Titel Der Name der Rose: „Die Rose ist eine symbolische Figur,  die so reich an Bedeutungen ist, dass sie nun kaum mehr eine bestimmte Bedeutung hat.“, sagte er selbst dazu. Die Veröffentlichung des Romans war eine literarische Sensation, die den bis dahin wissenschaftlich agierenden Autor quasi über Nacht populär machte. Mehr als eine Million verkaufter Exemplare gingen über den Ladentisch. Das Buch erschien dann 1982 im Carl Hanser Verlag München und in der DDR als Lizensausgabe, um dann 1986 als Spielfilm mit Sean Connery in der Hauptrolle weltweit in den Kinos gezeigt zu werden (Regie: Jean-Jaques Annaud). Übrigens: der junge Produzent dieses Historienmovies und spektakulären Klosterkrimis hieß Bernd Eichinger!

Fast jährlich erscheint seitdem ein Buch von Umberto Eco auf dem Literaturmarkt: u.a. der Roman Das Foucaultsche Pendel, die Essays Platon im Striptease-Lokal, Wie man mit einem Lachs verreist…und andere nützliche Ratschläge, Das alte Buch und das Meer, der Roman Baudolino, Die Geschichte der Schönheit, Die Geschichte der Hässlichkeit und jüngst (gemeinsam mit Jean-Claude Carrière) Die große Zukunft des Buches – ein kritischer Beitrag zu den Veränderungen des Lesens und Rezipierens in der gegenwärtigen Medienwelt.

Umberto Eco erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen: er ist u.a. Ehrendoktor der Pariser Sorbonne, der FU Berlin und der Hebräischen Universität Jerusalem, österreichischer Staatspreisträger, Commandeur de l´Ordre des Arts des Lettres, Mitglied im Orden „Pour le mérite für Wissenschaften und Künste“ und Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.

Eco ist weiterhin Professor in Bologna, schreibt Kolumnen für Zeitschriften und mischt sich aktiv in die Tagespolitik seines Landes ein. Er lebt in Mailand, inmitten von ca. 30.000 Büchern!

 

Umberto Eco

© Carl Hanser Verlag